Montag, 15. Dezember 2014

Der Winter hält Einzug



Brrr, inzwischen ist’s schon deutlich kühler geworden draußen. Die letzten Blätter wurden längst durch die zunehmend aufkommenden Stürme von den Bäumen gefegt und (Hoch)Nebeldecken prägen in letzter Zeit das Berliner Bild. Wenn sogar schon der Müggelsee verschwindet wirds ja richtig triest.
die Blätter sind zwar schon herunten, aber den See sieht man trotzdem nicht immer :)

Positive Nachricht dabei: Zeit für Christkindlmarkt-Besuche (bzw. hier allgemein als „Weihnachtsmärkte“ bezeichnet) und ebenso ungeniertes Rumknotzen zu Hause vor einem guten Buch/Film.
Auch attraktiv um diese Jahreszeit: Indoor-Klettern. Die T-Hall in Neukölln hat sich da gut angeboten und der im Preis inbegriffene Saunabesuch wurde freilich wahrgenommen. :)

Ein sehr netter Weihnachtsmarkt ist am Gendarmenmarkt in Berlin Mitte. 1€ Eintrittspreis (für die kleinen Bühnenshow-Einlagen) ist da auch in Ordnung. 
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Viele Kunsthandwerkliche Produktionen sind zu bewundern, aber natürlich gibt es auch Glühwein und sonstige diverse Köstlichkeiten (Crepes gibt es inzwischen wohl überall, mjam). Durch den aufkommenden Wind wars halt ziemlich frisch, aber ein separater Bereich der Markts ist quasi wie ein Zelt überdacht und es ist wohlig warm darin... obwohl es meines Erachtens nach kein richtiger Weihnachtsmarkt ist wenn man sich nicht frierend die Beine in den Bauch steht. ;)
Der Französische Dom
ein guter Glühwein bleibt ungern allein
das nenne ich mal brauchbar: ein zusätzliches Fach am Maroni-Sackerl für die Überreste :)

 Im Advent gehört sichs auch, dass Kekse gebacken werden. Na dann machen wir mal Vanillekipferl ganz nach Omas Rezept. Hm, leider zergehen die im Backrohr mit Ober/Unterhitze etwas mehr als gewohnt und ein bisschen knuspriger als üblich sind sie auch. Naja, das kann eben nur Oma. :)
Andererseits könnte es auch an der falschen Wahl des Mehls gelegen haben. Es wird einem hier aber auch nicht leicht gemacht: Da steht man im Supermarkt und grübelt was nun mit Mehl "Type 550", "Type 405" und "Type 1700" anzufangen ist.
Hierzu mal wieder ein VÖD-Kommentar:

  •  Griffiges und glattes Mehl heißen hier natürlich nicht einfach "griffig" und "glatt". "Die Typenzahl gibt die Mineralstoffmenge in mg pro 100 g Mehl an. Bei einem Weizenmehl Type 405 sind also 405 mg Mineralstoffe in 100 g Mehl zu finden. Die Mehl-Type hängt davon ab, wie stark das gesamte Korn gemahlen wurde. (...)  Der Feinheitsgrad des Mehl bestimmt auch, ob ein Mehl als "glatt" oder "griffig" bezeichnet wird. Mehlsorten mit niedriger Typenzahl fühlt sich fein und weich an und erhält die Bezeichnung "glatt". Soso, wieder gescheiter geworden. :)


Vergangenes Wochende wurde dann noch der „Holy Shit“-Weihnachtsmarkt im „Kraftwerk Berlin“ besucht, ein ehemaliges Heizkraftwerk das nun als Ort für Austellungen und Veranstaltungen dient. Ganze 6 € Eintritt werden verlangt, was die Massen nicht davon abhielt sich in der Schlange vor dem Gebäude anzustellen. Endlich drinnen wird man schnell überhäuft mit kreativen Verkaufsständen. Auf zwei Ebenen ist von neuen innovativen Ideen im Bereich Technik über kreative Ideen aus recycelten Produkten bis hin zu regionalen Kunstprojekten alles vorhanden. 
"Holy shit"... ist das, ähm, hübsch hier ;)
Im Zwischenstock findet sich weiters ein kleiner „food-court“ mit ein paar Ständen die Getränke und Snacks servieren. Hier findet man zwischen den Sitzgelegenheiten zumindest ein bisschen (sehr geschmackvolle) Weihnachtsdeko mit Plastik-Christbäumchen in allen möglichen schrillen Farben und Größen. Im großen und ganzen hält sich das weihnachtliche Flair in diesen Hallen in Grenzen, die zum Kauf geboteten Produkte waren dafür vielfältig und interessant.

Inzwischen hielten auch die ersten Besucher am Balkon beim Vogelfutter Einzug. Vogelfutter wurde immer noch gefunden :)
Wenn die lieben Vögelchen dann schlafen werden dafür am hübsch zusammengebastelten Futterstand die Kerzen am „Outdoor-Adventkranz“ gezündet. :) Macht sich ganz hübsch möchte ich meinen.

Der Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg widmet sich ganz den nordisch-skandinavischen Ländern. Das Ambiente in den roten Backsteinhöfen ist sehr stimmungsvoll und einladend, an Schwedenfeuern kann man sich wärmen und freilich gibt es ebenso entsprechende Getränke im Angebot wie z.B. Grog. Weiters werden auch Bungee Trampolin Springen oder kleine Karussellfahrten angeboten. Wer es sich zutraut kann auch mit einer Holz-Miniatur-Armbrust auf kleine Pappritter schießen.
Allgemein dominieren Getränke- und Fressalienstände den Markt, was auch gut so ist, Waffel am Stiel mit Schoko-Überzug möchte man schließlich nicht missen. Die Lebensdauer ebendieser hielt sich leider beschränkt, wodurch kein Foto zur Verfügung steht. Wir bitten um Verständnis. :)
welch ein hübscher Wintermond!

Montag, 20. Oktober 2014

Nächster Besuch – Berlin & Spreewald



Juhu, jetzt hatte ich wieder einmal österreichischen Besuch in Berlin. Da spulen wir gleich einmal ein dicht gepacktes Programm ab. :)
Los ging’s mit einem abendlichen Besuch im Sage-Club im Ortsteil Mitte. Einmal die Woche spielts da noch schön Rockiges auf bis zu 7 Floors. Musikmäßig war von heavy bis undefinierbaren Rock-mix-klängen alles vertreten, inkl. Live-Auftritt. Eine großzügige Chill-out-zone zum gemütlichen Sitzen und Quatschen ist auch vorhanden. Kreatives Design ist ja in Berlin an der Tagesordnung, aber ein über den Köpfen schwebender feuerspeiender Drachenkopf ist dann doch eine unerwartete Überraschung! Ich muss leider eingestehen dass das U4 in Wien dagegen ziemlich einfallslos rüberkommt, dennoch gefällt mir die Musikauswahl dort irgendwie trotzdem besser. ;)
Live-Auftritt im Sage Club

Am nächsten Tag gings dann gemütlich los zu den City-Highlights. Angefangen an den Mauerresten der East Side Gallery gings bis zum Alexanderplatz. 
an der East Side Gallery

Dort besorgten wir uns gleich einmal Tickets um auf den Fernsehturm hinauffahren zu können. Bei gut 1,5 h Wartezeit kann man derweil die Gegend erkunden (per SMS kann man sich informieren lassen wann man drankommt und sich wieder Richtung Turm begeben sollte). Derweil geht sich noch eine gesunde Mahlzeit in Form von Donuts und Ähnlichem am Alex aus. :) 
Auch eine Tour ums Nikolaiviertel bis zum „Lustgarten“ am Berliner Dom ist noch drin. 
gut dass die auch noch gefüllt waren :)

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Künstler gibts auch immer vor dem Berliner Dom...

Am Fernsehturm herrschte dann etwas Gedränge, Gepäckkontrolle war auch notwendig (stöhn, na wenigstens wurde mir am Flughafen schon mein Kubotan abgenommen. Ausnahmsweise hatte ich einmal nichts Illegales bei mir). Auf ein leises Kommentar dass es hier wie am Flughafen zuginge bekamen wir nur ein „Wir sind aber freundlicher“ zu hören. Na gut, ja, sie waren in der Tat freundlicher... Der Ausblick vom doch stolze 368m hohen Turm (204m Aussichtsplattform) ist überwältigend und verschafft einen guten Blick über die Stadt, wobei man anhand der hübschen Wohnblöcke den ehemaligen Osten schnell ausmachen kann. 
strahlend gen Süden
Gedränge
Blick Richtung Norden
Blick Richtung Osten

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warum nicht einmal in einem Bett eine geführte Tour durch das Stadzentrum machen?
Nach einer weiteren Currywurst-Stärkung...

...bemühten wir uns zu einer Veranstaltung der Konzertreihe „Klangwelten ad hoc“, eine Mischung aus Freier Musik und Improvisation wenn man so will. Gut, ist wohl nicht jedermanns Sache zu erfahren wie man ein armes Klavier missbrauchen kann, aber Naturwissenschaftler verstehen von Kunst wohl nix, ich verzichte in daher auch lieber auf Audio-Visuelles Material an dieser Stelle. ;) Jedenfalls wars in einem hübschen Bibliotheks-Konzertsaal.

Weiter gings am nächsten Tag am Checkpoint Charlie, wo wir einen Blick ins „Wall“-Museum warfen. Darin bietet eine Meterhohe 180°-Leinwand von einem Baugerüst aus einen Blick von West-nach Ostberlin an einem undefinierten Tag in den 80ern. Untermalt wird die detaillierte Collage von Original-Tonaufnahmen aus der Zeit vor und nach dem Bau der Mauer (1961-1989), ua. von Walter Ulbricht vom 15. Juni 1961 „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ (In Anspielung darauf finden sich inzwischen auch Postkarten mit der Aufschrift „Niemand hat die Absicht einen Flughafen zu eröffnen“). 
Schwer auf Bildern zu fassen, besser in Natura ansehen :)
Weiter gings über den Gendarmenmarkt und Unter den Linden zum Brandenburger Tor, dem Reichstagsgebäude bis zum Holocaust-Mahnmal das auf einer über 19 000m2 großen Fläche mit 2711 Beton-Stelen den Platz dominiert. Das unterirdische Museum wurde auch besucht. 
hat der Turm nicht noch Spitze?
Straße des 17. Juni
Besucher aus Wien dienen als Deko in der Landschaft ;)
Holocaust-Mahnmal
Am Potsdamer Platz gabs nochmal eine Stärkung dann gings auch schon weiter Westwärts zur Einkaufsstraße „Kurfürstenstraße“ (auch Kudamm genannt) bzw. Der TauenTzienstraße. Ein Blick wurde in die Kaiser Wilhelm-Gedächtnis-Kirche geworfen, dann gings auch schon ins Kaufhaus des Westens (KaDeWe), das mit 60.000m2 Verkaufsfläche das größte Warenhaus Kontinentaleuropas ist.
am Potsdamer Platz :P
Wohlfühlfaktor null :D
der neue Teil der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche
Die neue Kirche wird von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirchengemeinde für Gottesdienste und Veranstaltungen genutzt. Der nicht zerstörte alte Teil der Kirche ist heute ein Museum und Kriegsmahnmal für den Frieden.
der alte Teil Innen...
... und Außen
die neue Kirche von Außen
...Respekt wenn man darin noch laufen kann
und über Geschmack lässt sich streiten
...hier ist eindeutig mehr Geschmack
Diese Woche fand außerdem das Festival of Lights statt, das mit diversen Events an diversen Locations wohl einiges bot. Geschafft haben wir es im Endeffekt nach Beach Mitte das nach eigenen Angabene europas größte innerstädtige Beachvolleyballanlage darstellt. Dort aufgebaut  war eine große, kreisförmige Kletteranlage die es Besuchern erlaubt auf 3 Ebenen und bis zu 13m Höhe über eine Reihe verschiedener bewegliche Planken zu balancieren, durch Röhren zu klettern, von Fässern abzugleiten, zu surfen und in einem Caddy oder einem Strandkorb bequem Platz zu finden. :)  Wir waren zwar ohne Anmeldung dort, haben dann aber doch  noch die Möglichkeit gefunden um 21h bei der Einweisung mitzumachen und 2h zu Klettern. Ganz schön anstrengend, aber sehr spaßig. Spannend wars dann noch am Ende, wenn man auf die Planke hinausbalancieren, sich am Seil einhängen und dann einfach einen Schritt in Leere machen soll um wieder unten sanft auf der Matte zu landen. Nicht lange nachzudenken hilft den entscheidenden Schritt zu wagen. Huuuiiii. Und schon ist man wieder unten. Der Adrenalinschub hat jedenfalls ein Weilchen nachgewirkt...  Da half nur ein gutes Weinchen zum Abschluss :D
die Anlage von Außen/Unten
hinüber gesurft... wenn die kamera nur schneller auslösen würde ;)
klettern...
rollen...
slackline
zögernde Leute an der Absprungrampe
Strandkorb in luftiger Höhe. na gut...
ein Auto hier heroben? ok, auch gut, da klettern wir mal rein

Durch den Streik-bedingten zeitgenauen Ausfall der S-Bahnen an diesem Wochenende mussten wir uns überwiegend mit Bussen und Straßenbahnen herumschlagen. Viele andere Leute sahen sich wohl auch gezwungen auf Busse umzusteigen, die Nightline war dementsprechend voll.  Alle wollen nur noch Heim und dann steht immer jemand im Lichtschranken und verhindert, dass die Tür nicht zugeht. Nur irgendwann ist das Kontingent erreicht und alles Gedränge nutzt nichts mehr bzw nur noch unter Stöhnen der Zusammengedrückten. Dann fallen schonmal Kommentare der Passagiere wie „Wenn das noch länger dauert bis die Tür zugeht können wir noch eine Rauchen gehen“, „Wenn du im Lichtschranken stehst wird die Tür nie zugehen, Mäuschen.“ oder „Wenn alle in der Tür die Luft gleichzeitig anhalten geht sie vielleicht zu.  Irgendwann wurde nur noch jeder der „frisch“ zugestiegen war angeschnauzt in der Tür Platz zu machen, im Endeffekt funktionierte das dann sogar ganz gut. Auch der Busfahrer bewieß ein gewisses Maß an Humor und Geduld: „Gut, jetzt bitte die hintere Tür auch frei halten. Vorne klappt das ja schon ganz gut…“ was dann doch wieder für allgemeine Erheiterung sorgte. Trotzdem weiß man am Ende der Reise Frischluft überdurchschnittlich zu schätzen. ;)

Ausflug in den Spreewald

Der schon bekannte Spreewald hat vor allem eines zu bieten: Unmengen Kanäle die sich am besten via Kajak erkundschaften lassen. Auf gut Glück gings mit dem Auto mal ins verheißungsvolle Lübbenau, wo viele Kajaks etc. verliehen werden. Durch das schöne, warme Wetter waren allerdings sehr viele Leute unterwegs, die Parkplätze waren schon ziemlich voll, aber in Seitengässchen findet sich dann doch immer etwas. Auch einen 2er-Kajak konnten wir noch ergattern, dann gings endlich los. 
vorgeschlagene Route... schon eingezeichnet
Bootsverleih
los gehts
leicht gestelltes Foto ;)
Durch die kaum bis nicht vorhandene Strömung muss man allerdings ständig paddeln um irgendwie voranzukommen, das geht ziemlich in die Arme, 2h sind da mehr als ausreichend! Das Kanalnetz ist unglaublich verzweigt und großräumig, aber mit einer guten Karte, guten Schildern und fähigen Navigatoren kein Problem. Immerhin, wir sind immer auf der richtigen Route geblieben. :) Wir kamen auf halbem Wege durch das Dorf Lehde, das hauptsächlich über den Wasserweg zu erreichen ist. Sogar die Post wird hier über den Wasserweg zugestellt (außer im Winter). Jedenfalls kann man an diversen Gaststätten anlegen, gemütlich essen und dann weiterpaddeln. Sehr sympatisch das Ganze. :) Lehde ist wohl nicht umsonst ein beliebtes Ausflugsziel. Etwas erschöpft erreichten wir am Ende jedenfalls wieder Lübbenau. 
Sackgasse. :)

Abends gings dann nochmal auf einen gemütlichen Ausklang in Berlin ins Szeneviertel Friedrichshain. In der Simon-Dach-Straße weiß man vor lauter Lokalen dann nur nie wo man sich hinsetzen soll... aber ein Cocktail geht immer irgendwo! ;)

Alles in allem wars wieder einmal ein super-nettes, ereignisreiches Wochenende! Wenn da an Montagen nicht wieder die Arbeit rufen würde... naja